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Theaterbesuch: Andorra im Berliner Ensemble

von Jasmin

[30.11.15]

Am 3. November machten wir einen Ausflug ins Berliner Ensemble. Wir schauten das Theaterstück „Andorra“ von Max Frisch. In der Einführung erzählte uns ein Dramaturg am BE etwas über das Stück. Das Berliner Ensemble wurde im November 1949 gegründet und ist ein Theater. Das Ensemble gilt als eine der führenden deutschsprachigen Bühnen. Es wurde berühmt durch die Werke von Bertolt Brecht, der gleichzeitig auch der Gründer des Ensembles ist.

„Andorra“ ist ein Drama, in dem es um einen jungen Mann geht, der angeblich Jude ist und Andri heißt. Dieses Stück stammt vom Schriftsteller Max Rudolf Frisch und wurde 1961 das erste Mal in Zürich aufgeführt. Frisch war Architekt und Schriftsteller. Er schrieb Theaterstücke wie „Andorra“ und auch Romane wie „Homo faber“.

Der Hauptdarsteller Andri wuchs in einer Pflegefamilie auf und verliebte sich in seine Adoptivschwester Barblin. Diese beiden verlobten sich, aber der Pflegevater gestattete es nicht. Im Laufe des Stückes versuchte der Pflegevater Andri zu sagen, dass er der leibliche Vater ist und er somit kein Jude sei. Als der junge Andri das erfuhr, geriet er in eine große Identitätskrise. Denn als Jude hatte man generell mit Vorurteilen zu kämpfen. Egal was passiert, wenn ein Jude in der Nähe war, bekam er immer die Schuld. Senora kam vorbei, eine Frau, die Andri nicht kannte. Sie redete mit ihm und schenkte Andri einen Ring. Es sollte sich später herausstellen, dass diese Frau seine Mutter war. Zwischenzeitlich hatte er mit anderen Vorurteilen zu kämpfen, wie mit einem abgebrochenen Stuhlbein in der Tischlerlehre, oder ihm wurde eine Krankheit angedichtet, die er gar nicht hatte. In der Tischlerszene kam der Meister und unterstellte Andri er hätte den schlechteren Stuhl gemacht, obwohl dies nicht stimmte. Zum Ende des Stückes erfuhr er, dass Senora mit einem Stein erschlagen wurde. Da wurde Andri verhaftet und beschuldigt, seine Mutter getötet zu haben. Daraufhin gab es eine „Judenschau“ und Andri wurde abgeführt. Die Folgen waren verheerend. Barblin konnte die Geschehnisse nicht verarbeiten und wurde verrückt. Der Vater erhängte sich und Andri ist seitdem verschwunden.

Der Vater nahm Andri in die Familie auf und sagte er sei Jude, da er vertuschen wollte, ein uneheliches Kind gezeugt hatte.

Ich empfinde Andorra als lehrreich und auch empfehlenswert. In dem Stück geht es um Menschen, die einfach nur feige sind und nicht zu sich stehen, nicht ihre eigene Meinung äußern und mitlaufen. Ich find es traurig, dass ein Mensch ausgeschlossen wird, weil er Jude ist, obwohl es nicht der Wahrheit entspricht. Andorra zeigt etwas, was einem gar nicht so bewusst ist, zu sehen wie es einem Menschen geht, der Tag für Tag damit leben muss, dass er anders ist und abgelehnt wird. Andri hörte ständig, er sei Jude und spürte den Hass. Später glaubte er das alles. Umso schlimmer, dass er nicht wahr haben konnte, dass er doch kein Jude ist. Das Ende fand ich ungerecht. Wieso glaubt man der Schwester und dem Vater nicht? Das einzige, was sie damit erreichten, sind zwei Tote und eine Verrückte. Und das passiert auch heute noch oft genug, wieso müssen Menschen unschuldig sterben oder sich umbringen?

Warum ausgerechnet dieses Stück? Ich denke, dass es gut passt zur aktuellen Lage bezüglich der Flüchtlingskrise. Man hört immer wieder in den Medien, sie nähmen uns die Arbeit weg, erhielten mehr Geld als ein Harz IV-Empfänger usw. Dabei sind das alles nur Vorurteile, die sich nicht bestätigen und darin geht es auch in dem Stück „Andorra“. Aber nicht nur in der Flüchtlingskrise auch heute müssen Juden mit Vorurteilen kämpfen, Menschen werden gemobbt, weil ihnen etwas unterstellt wird, was so gar nicht stimmt, die Masse natürlich mitmacht, obwohl es einfach nur armselig ist. Man sollte zu dem stehen, was man denkt und tut. Erstrecht sollte man aufpassen, was man sagt und auch verbreitet es kann Leben zerstören!

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